GESCHICHTE DER MARINA
Geschichte erleben
Heimat entdecken
Hafen genießen
Kanalbau und Bergbau
1912 bis 1930er
Die Geschichte der Marina Rünthe beginnt – wie vieles in Bergkamen – mit dem Bergbau. Grundlage war der Bau des Datteln-Hamm-Kanals, dessen Erdarbeiten 1912 mit rund 200 Arbeitern, vor allem aus Kroatien und Italien, starteten. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 17. Juli 1914.
Ursprünglich war der Kanal nicht als Transportweg für Güter gedacht, sondern zur Versorgung des westdeutschen Kanalnetzes mit Wasser. Erst später erkannten Unternehmen wie die Klöckner Werke AG die wirtschaftlichen Vorteile des Wasserwegs für den Kohletransport.
Vom Provisorium zum Industriehafen
1930er bis 1960er
Zunächst wurde die Kohle auf einfache Weise verladen: Züge hielten auf einer Brücke über dem Kanal, von der aus die Kohle direkt in die Schiffe fiel. Dieses Provisorium blieb mehrere Jahre bestehen.
Der Bau eines eigenen Hafens in Rünthe begann 1937, wurde jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen und erst 1947 fortgesetzt. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Hafen zunehmend zu einem bedeutenden Umschlagplatz.
Spätestens ab 1960 wuchs der Standort stark: Neben Kohle wurden nun auch Baustoffe, Futtermittel, Heizöl und viele weitere Güter umgeschlagen. Der Hafen entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort für die Region.
Niedergang und Strukturwandel
1980er bis 1990er
Mit dem Rückgang des Bergbaus verlor auch der Hafen in den 1980er Jahren stark an Bedeutung. Große Teile des Geländes lagen brach, nur wenige Betriebe blieben bestehen.
Erst Anfang der 1990er Jahre entstand eine neue Idee: Die Umwandlung des ehemaligen Industriehafens in einen Freizeithafen. 1991 wurde das Projekt offiziell gestartet, zunächst jedoch ohne nachhaltigen Erfolg: die erste Investoren zogen sich zurück.
Die Entstehung der Marina Rünthe
ab 1995
Ab 1995 griff die Stadt Bergkamen gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung die Idee erneut auf, dieses mal mit Erfolg. Mit Unterstützung von Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union wurde der Umbau konsequent vorangetrieben.
Die Marina entwickelte sich zu einem zentralen Projekt des Strukturwandels und steht heute beispielhaft für die erfolgreiche Umnutzung ehemaliger Industrieflächen.
Freizeit, Wirtschaft und Lebensqualität
Die Marina heute
Heute ist die Marina Rünthe ein moderner Freizeit- und Wirtschaftsstandort mit hoher Aufenthaltsqualität. Insgesamt wurden rund 8,8 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln sowie etwa 20 Millionen Euro an privaten Investitionen in die Entwicklung gesteckt.
Rund 28 Unternehmen mit etwa 350 Arbeitsplätzen haben sich angesiedelt. Das Spektrum reicht von wassersportnahen Angeboten wie Bootsschulen und Charterbetrieben über Dienstleistungs- und Produktionsfirmen bis hin zu Gastronomie und Weiterbildungseinrichtungen.